Geschäftsführer Johann Reif im Gespräch

Geschäftsführer Johann Reif lässt die letzten 12 Monate Revue passieren, spricht über aktuelle Herausforderungen und teilt seine Erwartungen an die Zukunft.

 

Vielen Dank für Ihre Zeit, Herr Reif! Wie ist es Ihnen das vergangene Jahr über ergangen?

Wie wahrscheinlich viele andere, habe auch ich niemals mit so einer Entwicklung gerechnet. Als es so richtig mit den Schließungen und Einschränkungen im Gastgewerbe los ging, blieb uns nichts anderes übrig, als uns den unbekannten Aufgaben zu stellen. Ich denke, wir haben das gemeinsam sehr gut gemeistert. Trotz des ersten Lockdowns war 2020 für uns ein Jahr, das schnell vorbei ging, denn wir durften im St. Georg dennoch viele liebe Gäste begrüßen. Schon im Oktober war uns aber bewusst, dass wir unsere Jahreshighlights, Weihnachten und Silvester, „verlieren“ würden. Diese Zeit war für die meisten uns von die schlimmste des Jahres.

 

Würden Sie die Corona-Zeit generell als die härteste Zeit Ihrer Laufbahn beschreiben?

Ich habe schon in einigen Häusern gearbeitet, viele Krisen gemeistert und Downs erlebt. Auch privat ist das nicht anders – so spielt nun einmal das Leben! Aber ja… Da all meine Mitarbeiter auch eine Art zweite Familie für mich sind, ist es natürlich hart zu sehen, wie sie alle zu kämpfen haben. Das macht das vergangene Jahr bestimmt zu einer der härtesten meines Lebens, aber ich versuche jeden Tag aufs Neue das Beste daraus zu machen, sowohl beruflich als auch privat.

 

Ganz nach dem Motto: „Gibt dir das Leben Zitronen, mach Limonade daraus.“ Wie haben Sie und Ihr Team denn konkret das Positive aus dem Lockdown gezogen?

Wir halten trotz Pandemie die Füße nicht still. Wenn wir unsere lieben Gäste endlich wieder begrüßen dürfen, wird unser Hotel im neuen Glanz erstrahlen. Wir haben viele unserer Bäder modernisiert und die Zimmer einer Softrenovierung unterzogen. Derzeit bekommen auch noch ein paar weitere Zimmer eine komplette Renovierung. Unser Veranstaltungspavillon und der Tagungsraum „St. Georg“ bekommen gerade neue Teppichböden und frische Gardinen.
Weiterhin freuen wir uns auf 220 nagelneue Zimmertüren mit einem modernen Schließsystem. Unsere Gäste dürfen auf jeden Fall gespannt sein, was sich so alles bei uns verändert hat.

Für die gemeinsame St. Georg Family gilt das Motto: „Man lernt nie aus“. Es werden interessante Webinare z.B. über Nachhaltigkeit in der Gastronomie durchgeführt. Wir tüfteln dann gemeinsam aus, wie wir die Dinge in Zukunft noch besser angehen wollen.

 

Viele Mitarbeiter haben sich für eine Laufbahn im Gastgewerbe entschieden, weil Sie gerne unter Menschen sind. Wie haben Sie es im St. Georg geschafft, das Menschliche und die Nähe zumindest in Teilen aufrechtzuerhalten?

Meine Mitarbeiter wissen, dass ich Tag und Nacht mobil für jeden von ihnen erreichbar bin. Falls mich auch mal jemand sehen möchte, bin ich auch täglich im derzeitigen Geisterhotel St. Georg zu finden. Sehr oft schaut auch der ein oder andere vorbei. Mich freut das natürlich sehr, da wir uns in der Zwischenzeit schon alle sehr vermissen. Außerdem sind wir selbstverständlich auch über WhatsApp oder Facebook in Kontakt. Über unsere Mitarbeiterapp werden alle Mitarbeiter ständig mit neuen und aktuellen Infos über den Lockdown und das Hotel informiert.

 

Bald dürfen Hotels ja wieder aufmachen. Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell noch für einen reibungslosen Neustart?

Selbstverständlich werden wir alle gemeinsam an einen Strang ziehen und noch sehr viel mehr zusammenhalten müssen als vor dem Lockdown. Eine Herausforderung für mich wird es sein, meine Mitarbeiter nach so einer langen Zwangspause nicht zu überfordern und alle wieder unter einen Hut zu bekommen. Vom Keller bis zum Dachboden wird erstmal alles geputzt, so dass aus allen Abteilungen erstmal jeder den Wischmopp und den Putzlappen in die Hand nehmen muss. Doch sogar aufs Putzen freuen wir uns inzwischen. Hauptsache wir kommen alle wieder zusammen als St. Georg Family. Ob der Neustart dann reibungslos verläuft wird sich zeigen, aber ich bin zuversichtlich. Schließlich haben wir durch unseren Beruf so und so täglich mit vielen unbekannten Herausforderungen zu tun. Deswegen ist das Team grundsätzlich sehr anpassungsfähig.

 

Worauf dürfen sich Gäste in Zeiten der „neuen Normalität“ im St. Georg freuen?

Auf meine motivierte und liebenswerte St. Georg Family. Wir alle warten schon sehnsüchtig auf unsere Gäste, sind ausgeruht und voller Energie. Diese positive Einstellung wird sich sicher übertragen auf unsere Gäste. Aber keine Sorge: Bei aller Herzlichkeit, werden natürlich alle den nötigen Abstand halten. Wir haben auch das Hygienekonzept nochmal angepasst und verbessert.

Wie oben erwähnt, wurde auch viel renoviert und weitere Neuerungen folgen. Das ist natürlich ebenso ein großer Grund zur Vorfreude für unsere Gäste.

Außerdem wird es neue Gaumenfreuden geben: In Teamarbeit haben Küchenchef Herr Marx, Restaurantleiter Herr Kral und ich eine neue Speisekarte gezaubert.

 

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